Kräuter-Blog: Wacholder und Wacholdersirup

Gesundheit aus der Natur mit tollen Rezepten

    Der Wacholder gehört zu den geschützten Pflanzen und prägt das Landschaftsbild vieler Gebiete der Lüneburger Heide. Wacholderbeeren zu pflücken ist eine stachelige Angelegenheit.


    Die Autorin  

    Marion Putensen ist zertifizierte Kräuterfachwirtin, NLP Practitioner Coach, sowie Ideengeberin und Gründerin von Deutschlands erster "WaldKräuterey" im Walderlebnis Ehrhorn im Herzen der Lüneburger Heide bei Schneverdingen. Neben ihrer Tätigkeit als Coach und Dozentin im Bereich der Natur-und Umweltpädagogik, engagiert sie sich in dem Verein WaldKunstwerk e.V als zweite Vorsitzende für den Auf-und Ausbau der Waldmedizin und Waldtherapie und ist Mitglied im internationalen Netzwerk „Gesundheitspotential Wald“. Mit viel Gespür und Herzblut begeistert die Kräuterexpertin und zertifizierte Natur-und Landschaftsführerin neugierige Menschen für das Thema Wald und den Umgang mit Wildkräutern und Heilpflanzen in ihren Seminaren. Für uns schreibt Marion Putensen in regelmäßigen Abständen Beiträge für unseren Kräuter-Blog.



    Wacholder, der Feuerbaum aus der Heide  

    Der Wacholder gehört zu den geschützten Pflanzen und prägt das Landschaftsbild vieler Gebiete der Lüneburger Heide. Wacholderbeeren zu pflücken ist eine stachelige Angelegenheit.


    Im Volksmund wird der Wacholder u. a. auch Kranewittbaum, Feuerbaum oder Wachandel genannt. Früher wurde er nicht nur als Gewürz eingesetzt, sondern auch in der Volksheilkunde. Der Wacholder ist magenstärkend, entgiftend, blutreinigend, schleimlösend und nierenanregend. Sein Tee aus jungen Blättern hilft u.a. bei Asthma und stärkt das Nierengewebe. Zerkaute Wacholderbeeren stärken das Zahnfleisch und verleihen einen reinen Atem. 


    Der Wacholder ist eine typische Rauhnachtspflanze, er diente früher zur Räucherung der Räume. Bereits in altgermanischer Zeit war der Wacholder weit verbreitet und galt als magische Pflanze. Ein über den Türen aufgehängter Wacholder sollte Hexen sicher vertreiben, weil diese beim Eintreten in das Haus alle Nadeln zählen mussten. Räucherungen mit Wacholder führte man durch, wo seuchenartige Krankheiten Einzug hielten. Auf Wanderungen trugen die Hirten früher Wacholderreis am Hut, dieser sollte gegen das Wundlaufen der Füße helfen und vor Schwindelanfällen bewahren.


    Wacholdersirup selbermachen  

    Der Wacholder war einst eine der wertvollsten Pflanzen der Volksheilkunde. Seine Beeren galten als natürliche Universalmedizin und schmackhaftes Küchengewürz. Für den Wacholdersirup braucht man folgende Zutaten:

    • 1 Handvoll Wacholderbeeren
    • 1 kg brauner Zucker
    • 3/4 Liter Wasser
    • 2 unbehandelte Zitronen, in Scheiben geschnitten


    Und so wird´s gemacht: 

    Die Wacholderbeeren werden in etwas Wasser kurz aufgekocht, dann werden die Beeren, ohne das Kochwasser wegzuschütten, entnommen und mit einem Fleischklopfer zerkleinert. 


    Danach werden die Früchte nochmals mit dem gesamten Wasser aufgekocht und der Ansatz fünf Minuten ziehen gelassen, dann wird er abgeseiht. 


    Nun werden der Zucker und die Zitronenscheiben beigefügt und der Sirup etwa 40 Minuten ohne Deckel eingekocht. Die Festteile werden abgeseiht und der abgekühlte Sirup in kleine Flaschen gefüllt, die kühl gelagert werden.


    Den Wacholder-Sirup kann man löffelweise pur zu sich nehmen oder als süße für Getränke verwenden. Er hat eine stark antibakterielle Wirkung, regt den Stoffwechsel an, wirkt hustenlindernd und beruhigt bei Entzündungen im Verdauungstrakt.


    Mein Tipp: In Wacholder-Sirup können Quitten-, Apfel- oder Birnenspalten gekocht werden, die man warm als Beilage zu Wild und Geflügel serviert.